Bibliophilie – die Liebe zu Büchern

Bibliophilie hört sich erst wie eine Krankheit an. Aber es ist wohl ein aus der Mode gekommenes Wort, ebenso wie das Medium, um das es geht. Es geht in der Bibliophilie, um die Freundschaft zu kostbaren Büchern. Damit muss nicht nur die äußere Kostbarkeit gemeint sein, wie es die Codizes im Quedlinburger Domschatz oder die Bücher aus dem Bamberger Domschatz. Sie wurden in der Schreibstube des oberbayrischen Klosters Seeon geschrieben und über vierhundert Kilometer auf Ochsenkarren an den Bodensee in das berühmte mittelalterliche Benediktinerkloster der Reichenau zur kalligraphischen Ausgestaltung geschickt. Berühmte Gelehrte wie Beda Venerabilis und Hermann der Lahme haben hier ihren prachtvollen und inhaltlich wertvollen Büchern hinterlassen. Ein Meisterwerk, das Anhänger der Bibliophilie gesehen haben müssen, ob im Original oder in 3 D im Internet ist das Book of Kells, dass in Dublin aufbewahrt wird.

Wodurch wird ein Werk in der Bibliophilie wertvoll?

Da gibt es drei wesentliche Merkmale:

  1. durch den Inhalt des Buches
  2. durch die Einmaligkeit seines Äußeren
  3. durch seinen Zustand und dem Grad der Unversehrtheit
Werke der Bibliophilie nach dem ersten Gesichtspunkt lassen sich oft über Antiquariate und Antiquariatskataloge sichten. Der Erwerb ist bei Auktionen oder auch Börsen möglich. Eine Bestellung im Antiquariat oder Antiquariatskatalog, der meist auch im Internet zur Verfügung steht, ist möglich. Werke aber, die im strengen Sinn zur Bibliophilie zählen, gelangen oft gar nicht in den direkten Handel. Sie werden bei Auktionshäusern wie dem englischen Sotheby’s versteigert. So wie vor einigen Jahren ein vollständiges Exemplar des Mainzer Buchdrucker, die Gutenberg-Bibel für 8 Millionen. Oft werden solch kostbare Werke Blatt für Blatt verkauft. Natürlich, um einen besseren Preis zu erzielen. Aber für die Bibliophilie ist ein solches Werk völlig verloren.

Dan Brown und Indiana Jones auf einer Wellenlänge

Zum Sammeln von Werken der Bibliophilie gehört es fast unabdingbar, sich nicht nur an der äußeren Schönheit einer solchen Ausgabe zu erfreuen. Die meisten Sammler haben auch einen inneren Bezug zu diesen Büchern. Sehr schöne populärwissenschaftliche Verknüpfungen kann man dazu in den Werken von Dan Brown erkennen oder aber in den Filmen von Indiana Jones. Kostbare Werke wären z.B. der Codex Sinaiticus oder die handschriftliche Ausgabe der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Eine Ausstellung wahrer bibliophiler Schätze hält die Bibliothek des Ursprungsklosters der Benediktiner in Monte Casino vor.