Bierdeckel- mehr als nur ein Untersetzer

Hinter dem Namen Bierdeckel steckt nicht nur ein Objekt, sondern vor allem Mythos, der auf einen Brauch zurückführt. Die meisten glauben zu wissen, dass die Bezeichnung von deren Gebrauch, als eine Art Schutz vor Laub und Insekten, stamm. Dies stimmt allerdings nicht, die Altdeutsche Bierkrüge hatten bereits einen Deckel aus Zinn. Der Name kam tatsächlich aus dem volkstümlichen Munde und ist während der Produktion entstanden. Genau gesagt wurden die sogenannten Papplagen in „Deckel“ geschnitten. Folglich hat sich die Bezeichnung rasch unter dem Volk verbreitet. Bereits Anfang des 19ten Jahrhunderts hat man die ersten Bierdeckel aus Filz hergestellt. Filz ist ein optimales Medium zum gedeihen von Bakterien und deswegen wurde das Material schon bald durch zusammengepresste Pappe ersetzt. Die ersten Exemplare wurden nur einfarbig bedruck, da diese einzeln unter die Druckpresse manuell eingeschoben werden mussten. Später kamen vermehrt vierfarbige Stücke auf den Markt. Dabei sollten der Bierdeckel saugfähig und die Farben wasser- und alkoholresistent sein. Interessant ist auch die tatsächliche Aufgabe eines Bierdeckels – er diente vor allem als Werbung für die jeweilige Brauerei. Dementsprechend haben besonders wertvolle und schöne Bierdeckel die Abbildungen der Brauerei und des Etiketts des Bieres. Heute erfüllt er mehr als Werbung, der Bierdeckel ist zu einem begehrenswerten Sammelstück geworden. Zahlreiche Sammler haben sich das Jagen nach seltenen Exemplaren zum Hobby gemacht. Für einige ist es mehr als eine Leidenschaft, es ist ein Teil der deutschen Tradition und Geschichte und für manch einen sogar die Suche nach eigenen familiären Wurzeln. Aus diesen Gründen gibt es erstaunlich viele Foren, in denen sich die Bierdeckel-Liebhaber über ihre Schätze austauschen können. Eine wichtige Markt-Plattform ist „ebay.de“, des Weiteren gibt es Tauschbörsen, Messen und Flohmärkte, deren Standpunkte und Termine regelmäßig auf Homepages aktualisiert werden. Die Preise bewegen sich auf einer Skala von 1 Euro bis zu knapp 1000 Euro. Wertvolle Bierdeckel sollen aus der Vorkriegszeit stammen, selten und im guten Zustand sein – ein wahrer Schmaus für das Auge.