Der Jäger und sein Wild

Ein Jäger (Waidmann) ist Angehöriger in einem anerkannten Naturschutzbund. Für ihn ist die Jagd privat finanzierter Artenschutz. Damit widerspricht er energisch dem Vorurteil, dass Jäger Tiere systematisch töten. Eine Jägerschaft befasst sich neben der Jagdausübung mit der Hege und Pflege des Wildbestandes und der Pflanzen im jeweiligen Jagdrevier. Jäger legen zum Beispiel Wildäcker an und sie füttern Wild in Notzeiten, damit es nicht verhungert. Da sich die Naturräume für das Wild aufgrund der menschlichen Besiedlung ständig verringern, muss der Bestand an Tieren auf ein verträgliches Maß gehalten werden. Manche Wildarten vermehren sich rasant. Die Folge ist, dass sie Natur und Mensch enorme Schäden zufügen. Wenn Jäger gegen zu hohe Wildtierbestände vorgehen müssen, liegt das weniger an den Jägern selbst. Die industriell betriebene Landwirtschaft (Mais- und Getreideanbau) und die durch Wildschweine entstehenden Schäden legitimieren die intensive Jagd auf diese Tiere. Viele Wildtiere (Wildschweine) weichen mittlerweile in Großstädte aus, zerstören Gärten und gefährden auch Personen.

Wer Amateur- beziehungsweise Hobbyjäger werden möchte, muss eine Jagdprüfung bestehen. Diese besteht in der Regel aus einer mündlichen und einer schriftlichen Jagdprüfung sowie der Schießprüfung. Die gesamte Ausbildung an einer Jagdschule kostet ab 1.000 bis weit über 2.000 Euro. Nur mit einer bestandenen Jagdprüfung darf der Prüfling seinen Jagdschein lösen. Jäger kann man bereits ab einem Alter von 14 Jahren werden. Einen Jagdschein gibt es allerdings erst mit Erreichen der Volljährigkeit. Für das Einlösen eines Jagdscheines muss eine Jagdhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Um mit einer Waffe auf die Jagd gehen zu können, bedarf es zudem der Zuteilung einer Waffenbesitzkarte. Voraussetzung dafür ist ein einwandfreies Führungszeugnis.

Neben den Freizeit- und Hobbywaidmännern gibt in Deutschland auch den ausgebildeten Berufsjäger. Etwa 1.000 bisher Ausgebildete tragen die Berufsbezeichnung Revierjäger. Etwa fünfzig anerkannte Revierjägerausbildungsreviere gibt es in Deutschland. Die Anzahl von hauptberuflichen Revierjägern in fester Anstellung steigt, da sich die Erkenntnis mehr und mehr durchsetzt, dass ein ausgebildeter Berufsjäger Wildschäden effektiver verringert und die Akzeptanz der Jagd insgesamt erhöht. Der Beruf Revierjäger ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Es gibt einen gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungsweg und eine staatliche Abschlussprüfung. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie umfasst die praktische Jagdausübung und eine für die heutige Zeit anwendbareWildbewirtschaftung. Wer den Jagdberuf ausübt, kümmert sich um eine tierschutzgerechte und nach ökologischen Gesichtspunkten ausgeübte Jagd. Kompetenz auch im Umgang mit Wild erlangt man durch den täglichen Revierdienst.