Do It Yourself – Der Einfluss der Werbung von Baumärkten

Do It YourSelf (DIY) wird seit einigen Jahren immer populärer. Egal, um welchen Bereich es geht, ob bei Quadrocoptern, Möbeln oder einem Abstellplatz für die Mülltonnen, DIY ist gern gesehen. Dabei kann nicht mehr von einem Trend gesprochen werden, denn dieser endet irgendwann oder flacht ab. Do It YourSelf ist in Deutschland in den unterschiedlichsten Bereichen angekommen und wird durch einige Fernsehshows, Werbung und Youtube Kanälen sogar noch verstärkt.

Dass Do It YourSelf so weit verbreitet ist, liegt an verschiedenen Faktoren, wobei die Art und Weise, wie Informationen heutzutage gesammelt werden, wohl als einer der wichtigsten Gründe aufgeführt werden kann. Wird ein Kunde auf ein Produkt aufmerksam, geht er heutzutage nicht mehr sofort in ein Geschäft und fragt dort einen Verkäufer nach den Produkteigenschaften, vielmehr sucht er im Internet aktiv nach Informationen. Geschäfte haben es immer schwerer sich gegen die Konkurrenz im Internet durchzusetzen und das liegt vor allem an der Entwicklung im Internet.

Das Internet sollte eigentlich werbefrei sein

Zunächst war das Internet nur für das Militär interessant. Danach nutzten Forscher es, um sich komfortabler auszutauschen. An Werbung war vor ca. 25 Jahren nicht zu denken. Das Internet sollte werbefrei bleiben. Nachdem immer mehr Menschen es nutzten, änderte sich dieser Aspekt und es wurde immer kommerzieller. Zu Beginn dieser Entwicklung gab es vor allem Webseiten von Unternehmen oder Nachrichtenportalen. Erst langsam begann es sich in die Richtung vom Web 2.0 zu entwickeln. Das Web 2.0 bezeichnet Internetseiten, die von Nutzern selbst mit Inhalten gefüllt werden. Beispiele sind hier zum Beispiel Webseiten von Firmen, die sie in Form von Templates oder Baukasten Systemen anbieten. Der Nutzer kann dann diese Elemente nehmen und sie zu einer Webseite zusammensetzen. Die Inhalte stellt er selbst her oder er setzt einen Link auf seine Internetseite. Mittlerweile fällt es schwer, sich das Internet ohne das Web 2.0 vorzustellen. Denn dahinter stecken oft mehr als nur Internetseiten. Erfolgreiche Internetseitenbetreiber werden zu Meinungsführern, die durch ihre Reviews oder Vorstellungen Netzwerkeffekte verursachen. Ihre Zielgruppe nimmt ihre Informationen auf und veröffentlicht sie ihrerseits auf verschiedenen Kanälen weiter.

 

Durch den Konkurrenzkampf profitieren Kunden doppelt

Kein Wunder, dass auch Baumärkte ihren Fokus auf Do It YourSelf Projekte legen und dabei viel Werbung schalten. Denn durch die Möglichkeiten des Internets ist es heutzutage möglich, quasi unendlich viele Inspirationen zu bekommen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine schöne Holzscheite handelt oder ein Podest, was in der Nacht zu einem Bett wird. Dass dabei die Baumärkte alle auf Do It YourSelf setzen, liegt daran, dass sie alle zur Do It YourSelf Branche gehören und natürlich auch die Entwicklungen in sozialen Medien und Web 2.0 erkennen. Das hat für den Kunden mehrere Vorteile. Zum einen bekommt er durch die große Vielfalt an vorgestellten Produkten viel Inspiration. Er kann so neue Projekte verwirklichen, auf die er selbst nicht gekommen wäre. Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch, dass er über andere Wege von den Baumärkten umgarnt wird.

Denn Werbung soll in erster Linie die Waage in eine bestimmte Richtung bewegen, wenn es zwischen den Produkten kaum Unterschiede gibt. Da Baumärkte in ihrem Sortiment große Übereinstimmungen haben, werden Kunden also auf anderen Wegen Reize erhalten, die sie dazu bewegen sollen, bei einem bestimmten Baumarkt zu kaufen und nicht bei der Konkurrenz. Es soll sich aber nicht nur von der Konkurrenz abgegrenzt werden.
DIY ist in Bereichen ungeeignet, bei denen es gesetzliche Vorschriften gibt

Eine Abgrenzung haben auch Do It YourSelf Projekte. Diese ist von Projekt zu Projekt verschieden und betrifft in erster Linie die benötigten Fähigkeiten des Handwerkers. Es ist sicherlich leichter, die Schwammtechnik zu realisieren, als ein Vogelhaus zu bauen. Darüber hinaus gibt es auch gesetzliche Vorschriften, die DIY Projekte in einigen Bereichen seltener vorkommen lassen. Dazu gehört zum Beispiel ein Kamin. Hier hat der Gesetzgeber mittlerweile strenge Vorschriften festgelegt, die ab dem Jahr 2020 noch strenger werden. Auch ein Wintergarten erfordert eine Genehmigung vom zuständigen Bauamt und besondere handwerkliche Fähigkeiten. Letztlich sollten im Bereich der Sicherheitstechnik DIY Projekte unterlassen werden. Ein Luftreiniger ist zum Beispiel kein Gegenstand, der in der heimischen Werkstatt erstellt werden kann und auch so konzipiert wird, dass er der Gesundheit des Nutzers nicht schadet.

Sind Frauen in der Werbung von Baumärkten nur ein Trend?

Somit ist DIY mehr als nur ein kurzlebiger Trend. DIY ist in der Gesellschaft angekommen und wird durch beliebte Medien weiter verstärkt. Vor allem das Storytelling muss hier erwähnt werden. Durch das Storytelling versuchen Unternehmen zum Beispiel den Kunden einzubinden oder zusätzliche Informationen zu liefern, die Kunden bei anderen Unternehmen nicht bekommen. Auch Baumärkte nutzen das Storytelling immer öfter um mehr Kunden zu bekommen. Klar, schließlich gehören Baumärkte auch zur DIY Industrie, in der sich das Storytelling anbietet. Durch diesen Konkurrenzkamp profitieren natürlich in erster Linie die Kunden, wobei auch ihre Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt werden, etwa durch gesetzliche Vorschriften oder den eigenen handwerklichen Fähigkeiten. Allerdings werden in der Werbung von Baumärkten vor allem Männer gezeigt. Das obwohl Frauen sehr an DIY Projekten interessiert sind und sie ebenfalls auch umsetzen können. Ob es sich hierbei nur um einen kurzlebigen Trend handelt, bleibt abzuwarten.

Somit ist DIY mehr als nur ein kurzlebiger Trend. DIY ist in der Gesellschaft angekommen und wird durch beliebte Medien weiter verstärkt. Vor allem die Meinungsführer bekommen hier eine prominente Position. Denn durch sie sind Firmen in der Lage Netzwerkeffekte zu erzeugen, die sich positiv auf die Kampagne auswirken können. Auch Baumärkte nutzen DIY um mehr Kunden zu bekommen. Klar, schließlich gehören Baumärkte auch zur DIY Industrie. Durch diesen Konkurrenzkamp profitieren natürlich in erster Linie die Kunden, wobei auch ihre Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt werden, etwa durch gesetzliche Vorschriften oder den eigenen handwerklichen Fähigkeiten.