Feuermelder richtig nutzen – Ein praktischer Leitfaden

Feuermeldesysteme und Löschanlagen sind in Großgebäuden längst ein gängiger Standard. Gesetzliche Auflagen bestimmen genau, in welcher Anzahl Feuermelder in öffentlichen und industriellen Gebäuden installiert sein müssen. Die Spanne reicht hierbei von manuell zu betätigenden Warnanlagen, die eine Verbindung zur Feuerwehr herstellen, bis hin zu automatisierten Rauch- oder Flammensensoren, die eine Löschanlage mit akustischen Warnsignalen steuern und gleichzeitig an die zuständige Feuerwehr alarmieren.

Feuermelder im privaten Gebrauch

Während also in öffentlichen und gewerblichen Räumen in Deutschland ein hoher Sicherheitsstandard etabliert ist, bleibt nach wie vor ein Bereich des täglichen Lebens erstaunlich ungeschützt: Der private Wohnraum. Obwohl bekanntlich im Privatleben eine große Gefahr besteht, da besonders im Schlaf unbemerkte Brände zu Katastrophen führen können, sind Wohnungen oft zu schlecht geschützt. Jedes Bundesland hat mittlerweile eine Rauchwarnmelderpflicht eingeführt. Diese definiert, an welchen Stellen der Wohnung diese Melder angebracht werden müssen.

Dennoch weisen viele Länder weiter Defizite auf. In Berlin waren Ende 2014 nur 7% der Haushalte mit Rauchwarnmeldern ausgestattet, im flächenmäßig größten Bundesland Bayern nur 40%. Vorreiter sind Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, in denen mittlerweile fast 100% der privaten Wohnräume mit einem Feuermelder ausgestattet sind.

Brand- und Feuermelderpflicht

Gleiche Verpflichtung ist in nahezu allen Bundesländern, dass der Wohnungseigentümer verantwortlich ist, die Ausstattung vorzunehmen. Wer also zur Miete wohnt, kann die Nachrüstung im Rahmen der jeweils gültigen Nachrüstpflicht vom Vermieter verlangen. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist der Besitzer und somit der jeweilige Mieter der Wohnung zur Nachrüstung verpflichtet. In allen Ländern müssen die Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die als direkter Fluchtweg dienen, mit Feuermeldern ausgestattet sein. Unterschiede gibt es darin, ob Aufenthaltsräume ausgestattet sein müssen und ob ein Feuermelder in der Küche angebracht werden muss. In der Bauordnung eines jeden Bundeslandes ist das genau definiert.

Die Pflichtanzahl richtet sich daher nach der Anzahl der Räume. Aus Sicherheitsaspekten ist es jedoch unabhängig von der Landesbauordnung sinnvoll, in jedem Raum einen Feuermelder anzubringen. Lediglich in Küche und Bad können Wasserdämpfe zu Fehlalarmen führen. Hier können jedoch können andere Typen von Feuermeldern zur Anwendung kommen. Neben den klassischen Rauchwarnmeldern, die ab einer bestimmten Konzentration von Fremdpartikeln einen akustischen Alarm auslösen, gibt es beispielsweise Temperatur- oder Flammenmelder.

Funktionsweise und Bauformen von Feuermeldern

Die am meisten verbreitete Bauform von Rauchwarnmeldern basieren auf einem photoelektrischen Verfahren. Eine Leuchtdiode im Inneren leuchtet dabei eine Fläche an. Ab einer bestimmten Konzentration von Rauchpartikeln wird dieses Licht gestreut und fällt auf eine Sensorfläche. Dadurch wird der Alarm aktiviert. Präzisere und teurere Melder arbeiten mit einem Laser, der bereits bei geringerer Rauchpartikelkonzentration streut und den Sensor aktiviert. Die optischen Rauchwarnmelder mit Leuchtdiode sind der typische Aufbau, der in Haushalten und Gebäuden im Allgemeinen Anwendung findet. Diese sind bereits ab 19 Euro erhältlich, wobei Modelle mit Laser im Inneren deutlich teurer in der Anschaffung sind.

Die richtige Montage eines rauchmelders ist das A und O

Die richtige Montage eines Rauchmelders ist das A und O

Brand- oder Rauchgasmelder arbeiten mithilfe von chemischen Verfahren. Sie schlagen an, wenn die Konzentration von Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid oder ähnliche Gasen bestimmte Grenzwerte überschreitet. Sie bewahren damit vor der Gefahr einer Rauchgasvergiftung. Zudem arbeiten sie auch in schwierigen Umfeldern, beispielsweise in staubigen oder rauchigen Räumen, bei denen ein konventioneller Rauchwarnmelder bereits Alarm schlagen würde. Diese Modelle sind bereits ab 20 Euro erhältlich, sind in qualitativ hochwertiger Ausführung jedoch etwas teurer und starten bei ca. 40 Euro.

Ein Wärmemelder hingegen reagiert auf starke Temperaturveränderungen und/oder das Übersteigen eines definierten Grenzwertes, zum Beispiel 60 Grad Celsius. Diese Melder eignen sich wenig für den Gebrauch in Schlafräumen, da die bei dieser Temperatur entstehende Rauchgaskonzentration bereits zum Erstickungstod im Schlaf führen kann. Sie finden daher eher im industriellen Kontext Anwendung, indem sie bei Überschreiten des Grenzwertes beispielsweise eine Sprinkleranlage aktivieren. Günstige Modelle dotieren schon ab ca. 10 Euro, können jedoch auch deutlich teurer sein.

Flammenmelder hingegen arbeiten mit Fotosensoren, die die typische Lichtwellenentfaltung von Flammen auswerten. Diese werden jedoch eher im betrieblichen Kontext denn in privaten Haushalten montiert.

Den richtigen Feuermelder auswählen

Jede Bauart hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, keines der Geräte bietet einen umfassenden und unfehlbaren Schutz vor Bränden. Wichtig ist es daher, das Einsatzgebiet sorgfältig auszuwählen. Ein Rauchwarnmelder ist in einer Küche nicht besonders sinnvoll. Bereits der beim Kochen entstehende Dampf kann die Geräte auslösen und erst recht, wenn einmal etwas anbrennt, wird der Alarm ausschlagen.

Viele Hersteller haben diese Problematik bereits erkannt und kombinieren daher die verschiedenen Erkennungsmethoden in einem Gerät. So sind beispielweise kombinierte Rauch- und Gasmelder erhältlich, die jedoch deutlich teurer sein können als standardmäßig erhältliche Einzelgeräte. Diese bieten jedoch einen deutlich höheren Schutz und können im Zweifelsfall Leben retten. Die Sicherheit sollte daher eine solche Investition rechtfertigen.

Sinnvoll ist es auch, Testberichte zu verschiedenen Herstellern und Modellen zu lesen, um die Qualität, aber auch das optimale Einsatzgebiet verschiedener Typen zu erfahren. Jedes anzuschaffende Gerät muss aber dringend über ein TÜV- oder VdS-Prüfsiegel verfügen. Dieses bestätigt, dass die internationalen und deutschen Standards (z.B. DIN EN 14604) eingehalten werden. Es sollte niemals ein Gerät ohne ein solches Prüfsiegel angeschafft werden.

Sicherheit durch Feuermelder

Feuermelder in allen Räumen eines Hauses oder Wohnung mögen auf den ersten Blick teuer sein, sind jedoch unerlässlich, um Schäden an Leib und Leben im Brandfall möglichst zu vermeiden. Bei großen Wohnobjekten kann zudem die Anschaffung über Funk verbundener Feuermelder sinnvoll sein, sodass alle Geräte gleichzeitig anschlagen, auch wenn nur einer von ihnen durch einen Brand aktiviert wird. Unabhängig von gesetzlichen Pflichten sollte das persönliche Sicherheitsempfinden den Ausschlag zum Kauf geben.

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