Insektenhotels zum Frühling

Es dauert nicht mehr lange, dann steht endlich wieder der Frühling vor der Tür. Die Tage werden länger und wärmer und in der Natur regt sich wieder was. Zusammen mit den ersten Blüten tauchen dann auch die Insekten wieder auf. Und denen kann man mit einem Insektenhotel einen geeigneten Lebensraum schaffen. Besonders gerne ziehen Hummeln, Wespen, Wildbienen, Marienkäfer, Glühwürmchen oder Schmetterlinge in so ein Insektenhotel ein. Bei den meisten Bewohnern des eigens für sie gebauten Hotels handelt es sich also um Nützlinge, die bei der Bestäubung der Pflanzen helfen und außerdem große Mengen an Schädlingen im Garten vertilgen. Außerdem ist es, auch für Kinder, ein großer Spaß, das bunte Treiben vor dem Insektenhotel zu beobachten.

Ein Insektenhotel selber bauen

Insektenhotels können natürlich in allen erdenklichen Formen und Größen fertig gekauft werden. Allerdings ist es doch viel schöner, wenn man selbst zum „Bauherr“ wird. So ein Bauprojekt eignet sich übrigens auch sehr gut, um damit die langen Wintertage zusammen mit seinen Kindern zu überbrücken. Für den Bau benötigt man übrigens keine großen handwerklichen Fähigkeiten und Vorkenntnisse. Die Grundkonstruktion ist sehr simpel und alles andere erfordert nur etwas Kreativität. Bevor man beginnen kann, muss man ein paar Dinge besorgen. Viele der benötigten Utensilien kosten kein Geld, da man sie ganz einfach in der Natur finden kann. Zu den grundlegenden Bauteilen für ein Insektenhotel gehören unter anderem:

  • Unbehandelte Holzbretter
  • Schrauben
  • Dachpappe
  • Nägel für die Dachpappe

Aus diesen wenigen Bauteilen kann das Gerüst des Hauses gebaut werden. Wie viel man von dem jeweiligen Material benötigt, das hängt natürlich davon ab, wie groß das Hotel werden soll. Das Zusammenfügen der einzelnen Elemente ist ganz simpel. Man muss lediglich einen Kasten mit einer Rückwand bauen. Dafür werden die Holzbretter einfach miteinander verschraubt. Die Vorderseite bleibt natürlich offen. Für die Dachkonstruktion sind verschiedenen Varianten möglich. So kann man ganz einfach ein Flachdach auf das Hotel bauen oder ein Giebeldach konstruieren. Das Giebeldach hat den Vorteil, dass man darunter zusätzliche „Zimmer“ für die Insekten anlegen kann. Ideal ist es, wenn das Dach an der Frontseite ein Stück weiter nach vorne gezogen ist. Auf diese Weise bietet es einen zusätzlichen Schutz vor Wind und Wetter. Ist das Dach fertig gebaut, dann kann man die Dachpappe mit Nägeln darauf befestigen. Die Dachpappe verhindert, dass Nässe von oben in das Hotel eindringen kann.

Die Innenausstattung

Bei der Innenausstattung kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Je vielseitiger die Ausgestaltung ist, desto mehr Insekten fühlen sich darin wohl. Die meisten Dinge, die man zur Herstellung der „Zimmer“ braucht, findet man in der Natur. Zu den Materialien, die man für die Einrichtung des Hotels benötigt, zählen unter anderem:

  • Holzscheite
  • Schilfrohr
  • Moos
  • Bambusstäbe
  • Schneckenhäuser
  • Baumscheiben
  • Lehm
  • dünne Äste

Das Anlegen der einzelnen „Zimmer“ beginnt damit, dass man das Hotel in Sektionen einteilt. Diese Unterteilungen werden normalerweise mit Holzbrettern vorgenommen. So kann man einzelne Etagen anlegen, die dann später mit den anderen Utensilien ausgefüllt werden. Die Fächer können selbstverständlich auch schräg oder diagonal angelegt werden. Ist das erledigt, dann befüllt man die einzelnen Fächer. Dazu passt man zum Beispiel die Holzscheite oder Baumscheiben an. Ideal ist es, wenn man vorher Löcher in das Holz gebohrt hat, die den Insekten Unterschlupf bieten. Andere Fächer kann man dann zum Beispiel mit ein paar dünnen Ästen oder in Bündeln zusammengebundenem Schilfrohr oder Gräsern befüllen. Die Zwischenräume lassen sich mit Moos oder feuchtem Lehm ausfüllen. Damit das Insektenhotel sicher und fest steht, kann man es zum Beispiel mit den beiden Seitenteilen an zwei tief in der Erde eingelassene, stabile Holzpfähle anschrauben. Kleine Insektenhotels können auch an eine Wand aufgehängt werden.

Was man beachten sollte

Allem voran sollte bei der Wahl aller verwendeten Materialien natürlich darauf geachtet werden, dass diese frei von Farben, Lacken, Imprägnierungen oder anderen chemischen Stoffen sind. Ist das Insektenhotel fertig gebaut, dann kann es an seinen künftigen Standort gebracht werden. Allerdings sollten bei der Suche nach dem richtigen Standort nicht nur optische Aspekte berücksichtigt werden. Ein imposantes Bauwerk auf einem gepflegten Rasen mag zwar wunderschön aussehen, allerdings kann das Insektenhotel seinem Zweck so nur schlecht gerecht werden. Denn um Insekten in das Hotel locken zu können, muss es in der unmittelbaren Umgebung eine reiche Pflanzenwelt geben. Je mehr Blumen, Sträucher oder Bäume sich rund um den Standort des Hotels befinden, desto wohler fühlen sich die Insekten. Auch eine Wasserstelle, wie ein Gartenteich, kann sich gerne in der unmittelbaren Umgebung befinden. Beim Aufstellen der Konstruktion sollte ferner darauf geachtet werden, dass das Insektenhotel an einem wettergeschützten, vollsonnigen Ort aufgebaut wird. Die Vorderseite mit den Einflugöffnungen sollte nach Süden hin ausgerichtet werden. Der ideale Zeitpunkt um sein neues Insektenhotel aufzustellen ist etwa in den Monaten Februar und März, noch bevor die ersten Insekten aus ihrer Winterruhe zurückkehren. Und einmal aufgestellt, kann das Hotel ganzjährig draußen verbleiben. Ja, es sollte sogar im Freien bleiben, damit Insekten darin überwintern können.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 72586114 by MarjanCermelj