Kultauto – Trabant

Ab 1985 wurde in der DDR die PKW Baureihe des Trabanten gefertigt vom Automobilhersteller VEB Automobilwerk Zwickau und VEB Sachsenring Automobile Zwickau. Zwischen 1957 und April 1991 wurden insgesamt 3.051.385 Fahrzeuge der Baureihe des Trabanten produziert. Am 1. Januar 2011 waren noch genau 33.726 Fahrzeuge in Deutschland registriert laut Kraftfahrt-Bundesamt.

Neben Frontantrieb verfügte der Trabi noch über Platz für 4 erwachsene Personen mit Gepäck und galt somit zum ersten vollwertigen Kleinwagen-Baumuster. Ebenso galt er als ein sparsames, erschwingliches und robustes Fahrzeug. Um 1960 rum galt der Zweitaktmotor jedoch nicht mehr als zeitgemäß und da die konsequente Weiterentwicklung des Trabis politisch verwehrt wurde, veraltete zusehend die Konstruktion. Da es in der DDR an Alternativen mangelte, war bis zur Wende eine unverändert große Nachfrage des Trabis vorhanden. Dort wurde er auch umgangssprachlich als Trabi (Trabbi) bezeichnet. In den letzten Jahren entwickelte sich das Fahrzeug bei Ostalgikern und anderen Fahrzeugliebhabern zu einem Sammlerauto mit hohem Kultstatus. Symbolisch steht der Trabi für die wirtschaftliche Erstarrung der DDR, sowie als zum Ende lange Trabi-Kolonnen die geöffnete Grenze des Staates passierten.

Modelle

Mehrere Modelle wurden zwischen 1957 und 1991 des Trabis produziert. Der erste Prototyp wurde 1954 vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Karl-Marx-Stadt vorgestellt. Dieses Modell feierte jedoch keinen Erfolg. Das Automobilwerk Zwickau übernahm daraufhin die Weiterentwicklung, um die Pläne des Prototypen P50 auszuarbeiten. Somit entstand ein Übergangsmodell, welches sich P70 nannte und mit dem weitere Erkenntnisse, welche die Kunststoffverarbeitung betreffen, gewonnen werden sollten. Folgende Modelle gehören zu der Baureihe des Trabis:

  • P50
  • Trabant 600 (P60)
  • Trabant 601
  • Trabant P800 RS
  • und der Trabant 1.1

Bedeutung des Trabis 

Zum Produktionsbeginn galt der Trabi noch als Einstieg in die Automobilewelt für Familien mit geringen Einkommen. Für die stagnierende Wirtschaft der DDR wurde der Wagen zum Sinnbild. In der DDR galt das Auto als sichere Geldanlage, da die Wartezeiten auf einen Neuwagen so lang waren, dass selbst ein Gebrauchtwagen zu einem Neupreis auf dem Automarkt verkauft werden konnte. Der Besitz eines gut erhaltenen Trabis war natürlich auch mit einem hohen Ansehen verbunden. Die Anschaffung von Ersatz- und Reparaturteilen, so wie Reifen und Batterie kosteten zwar im Vergleich wenig Geld, doch die Beschaffung war sehr mühsam. 1991 brach das Image dieses Fahrzeuges sprichwörtlich über Nacht ein. Gut erhaltene 601er, welche jahrelang gepflegt wurden, waren ab sofort nahezu überall in der DDR als „stillgelegte Wracks“ zu finden. Doch aufgrund der schieren Menge der produzierten Fahrzeuge dieser Marke wurde verhindert, dass der Trabant gänzlich aus dem Straßenverkehr verschwand. Anfang der 90er bildeten sich dann die ersten Trabanten- Fanclubs. Heutzutage sind es zahlreiche Interessengruppen und Vereine die existieren und sich dem Kultauto widmen und dass nicht nur im Osten Deutschlands. Die sogenannten Militär-Kübelwagen oder die seltenere Ausführung wie der 500er bzw. 600er erreichen bei Auktionen regelmäßig einen Preis über 1000 Euro. Bis 2008 kamen rund 20.000 Besucher zum internationalen Trabi-Treffen in Zwickau.