Rezension: Hab ich selbstgemacht – 365 Tage, 2 Hände, 66 Projekte

„Hab ich selbstgemacht“, damit kann heute jeder in der Familie und auch im Freundeskreis punkten. Denn der kleine Titel des Buches: „Hab ich selbstgemacht“, dahinter steckt eine große Portion Selbstvertrauen und auch das Engagement, etwas selbst in die Hände zu nehmen und sich nicht alles abnehmen zu lassen. Baumärkte, Bastelläden und viele andere Läden, die passendes Zubehör liefern, haben diesen Trend erkannt. Ob es ums Kochen, Gärtnern, Basteln und Gestalten geht, viele haben erkannt, dass sich zum einen eine Art Verlangsamung ins eigene Leben einstellt und auch mehr Zufriedenheit.

Auf 336 Seiten stellt die Journalistin und Autorin Susanne Klinger 66 Projekte zum selber machen vor. „Hab ich selbstgemacht“ ist also ein Bericht über die Selbstversuche der Journalistin selbst Brot, Käse, Seife und Nudeln herzustellen. Dabei übersieht sie in dem Buch auch nicht das Risiko, das es schon einmal schief gehen kann. Das sind nur ein paar Beispiele in dem Buch aus dem Bereich des Kochens. Susanne Klinger war es wichtig Projekte vorzustellen, die auch wirklich umsetzbar sind. „Hab ich selbstgemacht“ ist also nichts für Menschen, die hohe Anforderungen und Erwartungen an das Selbstmachen stellen. Der Autorin geht es in dem Buch, um einen einjährigen Selbstversuch „Hab ich selbstgemacht“. Letztlich war der Selbstversuch so angelegt, dass es um das eigene Selbstwertgefühl, das in einer immer stärker belasteten Alltäglichkeit infrage gestellt wird. Dafür hat sich die Autorin im Buch „Hab ich selbstgemacht“ fünf Grundregeln festgelegt:

  1. „Hab ich selbstgemacht“ darf den bisherigen Lebensstandard nicht infrage stellen.
  2. Dinge, die selber gemacht werden können, werden nicht gekauft.
  3. Alle einfachen Dinge werden selbst gemacht.
  4. Bei schwierigen Dingen wird um Hilfe gebeten.
  5. Was gar nicht geht, wird liegen gelassen.

Was die Autorin ein Jahr konstant durchzieht, davon berichtet sie im Buch. Dabei beschreibt sie im Buch, das sie manches nur einmal wie in einem Workshop gemacht hat. Wirklich das ganze Jahr durchgehalten hat sie das Brot backen. Aber sie hat in dem Selbermachjahr nichts unversucht gelassen, soweit es ihre Möglichkeiten im Beruf einer Journalistin zuließen.

Herausgekommen ist das Buch „Hab ich selbstgemacht“, mit aufrichtiger Ehrlichkeit und dem Anspruch auf das Geschaffene stolz zu sein. Der Reiz zum Selbermachen ist nicht nur ein Trend, dem die neu eröffnenden Handarbeitsläden entgegenkommen. Es ist eine Umstellung der Lebensgewohnheiten in einer Konsum- und Wohlstandsgesellschaft, die alles hat, nur nicht den Anspruch: „das hab ich selbstgemacht“!

Klingner, Susanne: Hab ich selbstgemacht – 365 Tage, 2 Hände, 66 Projekte. Köln: Kiwi-Paperback, 2011. 3. Auflage.- ISBN-13: 978-3462042856