Wenn Mercedes tunen – dann AMG

Sensation! Binnen einem Tag wird AMG weltberühmt. Das Jahr: 1971; der Ort: Spa Francorchamps; der Anlass: das 24-Stunden-Rennen; die »Rote Sau« sichert sich den Klassensieg und den zweiten Platz im Gesamtklassement. Die Affalterbacher werden zu der Adresse für das Tuning von Mercedes-Benz PKW. Seit 2005 gehört die Tuningschmiede zu dem Portfolio von Mercedes-Benz.

Schön der Reihe nach – das Automobile Verständnis

Es ist der 01. Juni 1967. Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gründen in einer alten Mühle in Großaspach eine Tuningschmiede für Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz. Die Daimler, wie sie der Volksmund ruft. Die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen und der des Geburtsortes von Aufrecht werden zum Titel ihres Unternehmens: A-M-G. Die ersten Eigner von Heckflossen und S-Klasse treffen eher per Zufall auf die dieses Automobile Kleinod.

Es ist die Zeit der 1970er Jahre. Mit dem 300 SEL 6.3, einem W108 dessen Motor auf 6,8-Liter Hubraum aufgebohrt ist, steigt AMG in den Tourenwagensport ein. Zwei grandiose Siege bei dem 24-Stunden-Rennen in Spa verschaffen weltweite Achtungserfolge. Es folgt das Coupé C107, ein 450 SLC 5.0.

Es ist die Zeit von 1976 bis 1978. AMG bezieht die neue Produktionsstätte in Affalterbach. In der ersten Phase des Tuningbooms, der sich ankündigt, punkten die schwäbischen Ingenieure mit dem modifizierten 2,8-Liter-Aggregat des W123. Von diesem hausinternen Entwicklungsschub partizipieren auch der W126 und der W201.

In der Folgezeit werden Entwicklungsprojekte für einige Hersteller anderer Automobilmarken (Seat, Mitsubishi…) und von Rennboten übernommen, ein Intermezzo von kurzer Dauer. Die Entwicklung Mercedes-Benz spezifischer Projekte lässt sich davon nicht beirren.

Es ist die Zeit der 1990er Jahre. Das Evo-Projekt (190 E 2.5-16 ) wird mit Mercedes-Benz realisiert. Drei Jahre später folgt der C 36. Hierfür nutzen die Affalterbacher das MB-Vertriebsnetz. Die Motorenplatte wird weiterentwickelt und ausgebaut. Dies sind beispielsweise die 55er Motoren. Diese Komponente ist für die C-Klasse bestimmt. Ebenso für den CLS, das Coupé der CL-Kasse sowie E, G, ML, S, SL und SLK.

Es kommt, wie es kommen muss – das unternehmerische Verständnis

Die Schlagzeile dieser Tage könnte lauten »Breitensport meets Biedermann«. Seit 2005 ist AMG eine hundertprozentige Tochter von Mercedes-Benz. Dem liegt ein Kooperationsvertrag von 1990 zu Grunde. 1995 ging die Stimmmehrheit an der Affalterbacher Schmiede an den Anteilseigner aus Stuttgart. In diesem Kontext ist die HWA AG zu sehen. Sie ist die dritte Gesellschaft in dieser Liason. 1998 wird sie mit dem Zweck, ihre Kompetenzen für den Rennsport und den Sonderfahrzeugbau zu bündeln, installiert.

Die Werkstoffsammlung – Objekte der Begierde

Die Auftritte ihrer Entwicklungen sind automobile Attraktionen. Das aktuelle Produktportfolio der AMG-Kreationen bei Mercedes-Benz liest sich, wie folgt:

  • A Klasse: A 45 XXX; 2,0-Liter-Turbomotor, 360 PS;
  • C Klasse: C 63 XXX; 6,3-Liter-V8-Hubraummotor, 487 PS;
  • CL Klasse: C 63 XXX + C 65 XXX; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 571 PS; 6,0-V12-Liter-Biturbomotor, 630 PS;
  • CLA Klasse CLA 45 XXX: 2,0-Liter-Turbomotor, 360 PS;
  • CLS Klasse: CLS 63 XXX + CLS 63 XXX „S“; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 557 PS; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 585 PS;
  • E Klasse: E 63 XXX + E 63 XXX „S“; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 557 PS; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 585 PS;
  • G Klasse: G 63 XXX + G 65 XXX; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 544 PS; 6,0-V12-Liter-Biturbomotor, 612 PS;
  • GL Klasse: GL 63 XXX; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 557 PS;
  • ML Klasse: ML 63 XXX; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 557 PS;
  • S Klasse: S 63 XXX; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 585 PS;
  • SL Klasse: SL 63 AMG + SL 65 AMG; 5,5-Liter-V8-Biturbomotor, 564 PS; 6,0-V12-Liter-Biturbomotor, 630 PS;
  • SLK Klasse: SLK 55 AMG; 5,5-Liter-V8-Hubraummotor, 421 PS;
  • SLS Klasse: SLS XXX + SLS XXX „GT“ + SLS XXX „Black Series“ + SLS XXX „Electric Drive“; 6,3-Liter-V8-Hubraumotor, 571 PS; 6,3-Liter-V8-Hubraummotor, 591 PS („GT“); 6,3-Liter-V8-Hubraummotor, 631 PS („Black Series“); Vier Elektromotoren, Nennleistung 751 PS („Electric Drive“);

Da AMG in der neuen Organisation seit 2005 als OEM-Partner (Original-Equipment-Manufaturer) gewertet wird, garantiert dies dem Käufer eine exzellente Ersatzteilversorgung und vollen Garantieumfang.

Grüne Ingenieure mit Weitblick – Schlaue Power: Der SLS AMG

Mission erfolgreich, die Ingenieure von AMG haben ein elektrisierendes und aufregendes Fahrzeug geschaffen. Vier Elektromotoren erzeugen 751 PS und verwirklichen dabei ein Drehmont von 1000 NM. Aktuell: Der stärkste Elektro-Supersportwagen der Welt. Das Fahrerlebnis der Zukunft?

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